Darknet – Die sechs wichtigsten Fakten

Ein Geheimnis ist das Darknet nicht. Es existiert seit Jahren als ein verschlüsselter Teil des Internets. Für die Behörden ist es kaum zu kontrollieren: Wer dort was, wann und wohin ordert oder versendet, ist dank Verschlüsselung schlicht nicht zu erfassen.

Dies birgt selbstverständlich sehr große Gefahren: Vor allem Illegales und Kriminelles wird dort angeboten, konsumiert oder bestellt. Beispielsweise gefährliche Waffen oder Drogen. Auch der Amokläufer von München kaufte sich hier die Tatwaffe, genauso wie offenbar die Attentäter von Paris im November. 

FOCUS Online klärt die sechs wichtigsten Fakten zum Darknet.

1. Das ist das Darknet

„Das Darknet ist ein mehrfach verschlüsselter, abgeschotteter Teil des Internet, der über das sogenannte Tor-Netzwerk erreichbar ist“, erklärt Georg Ungefuk von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main.  Prinzipiell ist dies gar nicht so negativ, wie der Name „Darknet“ vermuten lässt. So können beispielsweise Oppositionelle in autoritären Regimen über das Tor-Netzwerk unbemerkt miteinander kommunizieren. Andererseits kann man so allerdings auch unbemerkt Waffen- und Drogengeschäfte abwickeln.

Grundsätzlich steht das Darknet jedem offen. Größere technische Vorkenntnisse sind prinzipiell nicht notwendig. Das Darknet selbst stellt sich für den Nutzer wie das „normale“ Internet dar – nur, dass dort am Ende statt Smartphones eben Waffen verkauft werden.

2. Niemand kann es kontrollieren

In dem Tor-Netzwerk wird die Verbindung zwischen den einzelnen Knoten verschlüsselt. Solche Knoten sind quasi die einzelnen Computer der Netzwerk-Mitglieder. Dies ermöglicht, dass alles, was ein Nutzer in einem Tor-Netzwerk tut, über drei Knoten verschlüsselt wird. „Damit ist eine Bewegung in diesem Tor-Netzwerk quasi nicht mehr von außen nachvollziehbar“, wie Staatsanwalt Ungefuk ausführt.

3. Auch staatliche Ermittler tun sich schwer

Die Verschlüsselung über mehrere Knoten führt dazu, dass auch Ermittlungsbehörden die Kommunikation oder das Online-Verhalten von Darknet-Nutzern nicht überwachen können, wenn es zu illegalen Geschäften oder Planungen kommt.

Die Ermittler setzen stattdessen auf anderweitige polizeiliche Mittel, die jedoch nicht öffentlich kommuniziert werden – um die bestehenden Ermittlungen nicht zu gefährden.

4. Diese Produkte werden angeboten

Die Verschlüsselung im Darknet ruft Kriminelle auf den Plan. So werden dort vor allem Waffen, Drogen und Falschgeld angeboten. Man kann sich diese Portale quasi vorstellen, wie eine Art Amazon für Illegales. Bei Falschgeld werden beispielsweise unterschiedliche Qualitätsstufen angegeben, inklusive Tipps, wo man welche Blüten am besten loswird, erklärt Georg Ungefuk. Auch Schadsoftware und Daten sind erhältlich.

5. Diese Personen tummeln sich im Darknet

Kriminelle, die vorher – ganz Klischee – im Bahnhofsviertel mit „Läufern“ ihre Waffen und Drogen an den Mann gebracht haben, nutzen das verschlüsselte Netz nun um ihre „Produkte“ in erheblich größeren Mengen zu verkaufen.

In dieser Anonymität abseits dunkler Großstadtecken lauert die große Gefahr des Darknet: die Hemmschwelle sinkt, vor allem bei den Käufern. „Früher musste man sich beim Kauf von Drogen und ganz  besonders Waffen in unangenehme und unsichere Situationen begeben, heute bestellt man sie online und hat sie am nächsten Tag im Briefkasten.“, erklärt ZIT-Staatsanwalt Ungefuk.

Gerade bei Jugendlichen sei dies gefährlich. Diese kämen so nämlich ohne größeren Aufwand an Drogen.

6. So groß ist das Darknet

Größer und relevanter als Otto-Normal-Verbraucher es sich wohl vorstellt. Ermittler Ungefuk spricht von einer „Riesen-Dimension“. Er habe außerdem nicht den Eindruck, dass die Szene kleiner werde. Die Tatsache, dass dort nahezu jedermann relativ einfach an Drogen und Waffen käme, sei laut Ungefuk durchaus „besorgniserregend“.

Die konkrete Gefahr, die von diesem unkontrollierten Markt ausgeht, dürfte spätestens seit den jüngsten Enthüllungen um die mögliche Waffenlieferung an die Pariser Terroristen, wohl jedem klar geworden sein.

Zuerst erschienen auf:

www.focus.de/digital/

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